Geschichte des DiscoDance

 

Die Ära des DiscoDance fand Anfang 1978 in England ihren Ursprung. Viele warteten bereits  Monate lang auf den Tanzwahn, der zu dieser Zeit die USA überschwemmte, ausgelöst durch einen Film und einen Künstler: John Travolta in Saturday Night Fever! Die Leute waren versessen darauf, die Schritte aus dem Film zu lernen und saßen mehrmals im Kino um die Sequenzen zu entschlüsseln. In England erkannte man den Hype, und in vielen Tanzschulen wurden die ersten Disco-Schritte unterrichtet, unter anderem auch der „Hustle“, den vielleicht einige kennen. Nachdem die Tanzteile aus dem Film verbraucht waren, brach das Interesse wieder ein, aber einige professionelle Tänzer aus England führten den Stil weiter und entwarfen ihre eigenen Choreographien zu Musik aus den damaligen Charts. In den kommenden Monaten wurden Lehrerworkshops im ganzen Land organisiert und die ersten Wettstreite vorgestellt.

Die erste Meisterschaft im DiscoDance fand in den Sommerferien 1978 in London statt. Seitdem entwickelte sich die neue Tanzart weiter, und verbreitete sich auch in anderen Ländern. Es wurden mehr und mehr Wettkämpfe ins Leben gerufen und jährliche Meistertitel vergeben. Besonders in den Oststaaten war der Boom beträchtlich. Die ADFP (Association of Dance & Freestyle Professionals) wurde 1981 gegründet und kümmerte sich fortan um einen geregelten Ablauf dieser Wettkämpfe. Die IDO (Interational Dance Organisation) wurde ebenfalls in diesem Jahr gegründet und übernahm die kontinentale und weltweite Kontrollfunktion.

Seitdem hat sich die Tanzrichtung sehr viel weiter entwickelt und von Schritten und Bewegungen, die sich gut in der Diskothek auf engem Raum tanzen lassen konnten, zu einer Tanzsportart mit hohen Sprüngen und Kicks sowie vielen Bodenteilen auf großem Raum weiterentwickelt. Statt dem Namen DiscoDance wird deshalb immer häufiger der Ausdruck Freestyle Dance oder einfach nur Freestlye verwendet.

In Deutschland entwickelte sich DiscoDance erst ab Mitte der neunziger Jahre – bewirkt durch die Backgroundtänze in modernen Musikvideos und Künstler wie DJ Bobo. 1997 wurde der „DJ Bobo Dance Club“ ins Leben gerufen, und bundesweit wurden Tanzlehrer zum „DJ Bobo Dance Instructor“ ausgebildet. Ein zweiter Einfluss war das Produkt „Dance 4 Fans“, welches ebenfalls 1997 vom ADTV (Allgemeiner Deutscher Tanzlehrer Verband) vorgestellt wurde, bei dem die Choreographien aus aktuellen Musikvideos erlernt werden konnten.

Geprägt von diesen Tanzstilen und der dazugehörigen Musik, wurde am 28.11.1998 die erste Deutsche Meisterschaft im Dancefloor in Kronberg im Taunus vom TAF (The Actiondance Federation, damals noch Tanzen Action Fun) ausgetragen. Die Meisterschaft fand damals gekoppelt mit der deutschen Meisterschaft im Showdance statt, woraus sich ein weiterer Einfluss ergab. Seit damals entwickelten sich Tanzart und Musik, auch unter dem Einfluss des internationalen Stils, kontinuierlich weiter und wurden schneller und anspruchsvoller. Inzwischen ähnelt die Tanzrichtung dem internationalen Charakter sehr. Daher wurde 2007 in Deutschland der Name von Dancefloor in DiscoDance umgetauft.

 
 

 

 

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