Geschichte des Rock'n'Roll

Der Siegeszug des Rock 'n' Roll begann 1954 in den USA. Der Rock 'n' Roll war damals Ausdruck des Protestes der jungen Generation gegen die bürgerliche Gesellschaft. Dabei rebellierten die Jugendlichen gegen festgefahrene Verhaltensnormen und Rollenerwartungen. Der Rock 'n' Roll stieß in der Zeit auf massive Ablehnung bei der älteren Generation. Der heute noch gebräuchliche Begriff Rocker ist ein Überbleibsel aus der ersten Rock 'n' Roll-Ära der 50er Jahre.

Der Entwicklungsprozess der Rock 'n' Roll-Musik begann bereits in den 40er Jahren und wurde von den drei großen Musikrichtungen Jazz, Country & Western und Rhythm & Blues beeinflusst. Lediglich der Begriff Rock 'n' Roll - ein altes Wort aus dem Negerslang - das wörtlich übersetzt Wiegen und Rollen bedeutet, entstand von heute auf morgen und wurde von dem amerikanischen Discjockey Alan Feed erfunden. Blitzschnell wurde der Rock 'n' Roll auf der ganzen Welt bekannt.

Bill Haley verschaffte dem Rock 'n' Roll im April 1954 den Durchbruch mit dem Titel Rock around the clock. Weitere bekannte Vertreter wie der unvergessene Herzensbrecher Elvis Presley, Fats Domino, Pat Boone, Little Richard, Jerry Lee Lewis, Chuck Berry oder Buddy Holly folgten.

Ab 1955 wurde auch in Deutschland die jüngere Generation vom Rock 'n' Roll-Fieber gepackt. Sänger und Musiker wie Tommy Kent, Peter Kraus, Ted Herold, Conny Froebess oder Paul Würges nahmen die musikalische Herausforderung an.

 

Eine eigene Mode entwickelte sich: Man trug Röhrenhosen, vor allem Jeans, Ringelsöckchen, spitze Schuhe und weite Sakkos. Krawatten aus schmalen schwarzen Samtbändern galten als der letzte Schrei. Die Haare kämmte man kunstvoll mit viel Pomade zu einem so genannten Entenschwanz oder eine Schmachtlocke a la Bill Haley zierte die Stirn. Die Mädchen trugen weite Röcke mit Petticoats, die von einem breiten Gürtel aus Metall gehalten wurden, der den Eindruck einer Wespentaille vermittelte. Die Haare wurden meistens als Pferdeschwanz gebunden.

Der Tanz entwickelte sich beinahe zwangsläufig aus dem Bewegungsdrang, den die Rock'n'Roll-Musik bei den Zuhörern auslöste weiter. Je wilder, je ausgefallener, je höher, je verrückter desto besser schien die Devise zu sein. Immer neue Figuren wurden kreiert, wobei sich diese nicht aufs Parkett beschränkten, sondern man ließ auch die Partnerinnen um sämtliche möglichen und unmöglichen Körperachsen kreisen. Das war der Zeitpunkt, aus der sich trotz gleicher Musikfamilie zwei unterschiedliche Tanzstile, der Rock´n´Roll als Hochleistungssport und Boogie Woogie entwickelten. 

Im heutigen Rock 'n' Roll erinnert fast nichts mehr an die revolutionären Einflüsse der 50er Jahre. Rock 'n' Roll hat sich hauptsächlich als Wettkampfsport etabliert. Seine Entwicklung begann in den 70er Jahren. Das Faszinierende des neuen Rock 'n' Roll ist seine sportliche Ausführung und die attraktive Akrobatik. Die Tanzpaare tanzen auf eine auf die Paare einstudierte Choreographie. Das Tempo und der Schwierigkeitsgrad der Akrobatik ändern sich je Tanzklasse. In der A-Klasse werden Würfe und Schrauben in atemberaubender Höhe durchgeführt - Zirkus ohne Seil und doppelten Boden. Rock´n´Roll-Akrobatik ist ein Muss für alle, die sich Wiegen und Rollen wollen.
 

 

 

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